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Die Geschichte Solothurn lesen Sie auch auf

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Das Mittelalter

Im Jahr 888 kam das Gebiet des heutigen Kantons Solothurn an das Königreich Burgund und 1032 mit diesem an das Heilige Römische Reich. Im Mittelalter hatte das Chorherrenstift des heiligen Ursus vorerst alle Hoheitsrechte über Solothurn mit Ausnahme des Blutbanns (höchste Gerichtsbarkeit) inne, doch die Bürgerschaft emanzipierte sich allmählich. Das Stift besass schon früh eine recht ausgedehnte Grundherrschaft im Umland der Stadt, die erbhörigen Bauern der kleinen Dörfer dort waren ihm zehntpflichtig, und es übte die niedere Gerichtsbarkeit über sie aus.

Nach dem Aussterben der Zähringer (1218), wurde Solothurn reichsunmittelbar, durfte also mit der Zeit seinen eigenen Schultheissen (Stadtvorsteher) wählen. 1295 schloss Solothurn mit Bern ein ewiges Bündnis und hatte 1318 eine Belagerung durch Herzog Leopold I. von Habsburg auszustehen . 1375 wüteten die Gugler in der Region und vernichteten die der Stadt unmittelbar benachbarten Dörfer Gurzelen und Wedelswil. Ein späterer Versuch des überschuldeten Grafen Rudolf von Neu-Kyburg, sich städtischer Pfänder zu bemächtigen, wurde vereitelt (Solothurner Mordnacht vom 10. zum 11. November 1382) und führte zum Burgdorferkrieg, in welchem Bern und Solothurn das Grafenhaus entscheidend schlugen.

Leben im Mittelalter

Der Freiherr und Ritter Hesso von Grenchen lebte im 12. Jahrhundert. Wenn Hesso mit G

 

 

efolge den Berg hinunter ritt, dann war auch in der Ebene drunten, beim Ort Grenchen und bis zur Aare herüber, fast alles nur dichter Wald. Den Ort Grenchen bildeten einige wenige Strohdach-Hütten, in denen Bauernfamilien in ärmlichen Verhältnissen hausten. Sie besassen in Waldschneisen einige Felder, die sie mit einfachem Handwerkszeug und Ochsen bewirtschafteten. Einen stattlichen Teil (den Zehnten) ihrer Erträge, die in Hungerjahren nicht mal zur Selbstversorgung reichten, mussten sie dem Ritter Hesso abliefern, denn sie waren seine Erbhörigen, über die er auch die niedere Gerichtsbarkeit ausübte.

Eintritt in die Eidgenossenschaft

Als treuer Verbündeter Berns war Solothurn seit seit dem 14. Jahrhundert zugewandter Ort der Eidgenossenschaft, wurde aber infolge des Widerstandes der ländlichen Kantone erst am 22. Dezember 1481 gleichzeitig mit Freiburg als elfter Stand in das Bündnis aufgenommen.

Gegenreformation

Gegenüber der Reformation verhielt sich Solothurn eine Zeitlang schwankend, aber nach der Schlacht von Kappel waren die Katholiken im Begriff, die reformierte Minderheit mit den Waffen zu vernichten, als der katholische Schultheiss Niklaus von Wengi sich vor die Mündung der Kanonen stellte. Durch dieses mutige Vorgehen wurde ein blutiger Zusammenstoss vermieden.

Handel in Spätmittelalter und Früher Neuzeit

Solothurn war zwar − verglichen etwa mit Bern − nicht sehr erfolgreich beim Erwerb seines Territoriums, dafür lag sein Gebiet in sehr verkehrsgünstiger Lage. Vor allem Olten war mit dem Unteren Hauenstein im Mittelalter und der Frühen Neuzeit eine Schlüsselstelle des Nord-Süd-Handelsverkehrs. Aber auch Solothurn selber lag an einer strategisch günstigen Stelle: Zwei der drei Strassenstränge des teils internationalen West-Ost- und West-Nord-Verkehrs, nämlich derjenige über Neuenburg-Biel und derjenige über Aarberg-Büren an der Aare, führten über Solothurn. Die Stadt profitierte von erheblichen Zoll-Einnahmen, das Gewerbe auch!
Quelle Wikipedia!

 

 

 

 

 

 

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Ambassadorenstadt Solothurn

Frankreichs Ambassadoren (Botschafter bei der Eidgenossenschaft) hatten Solothurn 1530 zu ihrer regelmässigen Residenz erwählt. Aus ihrem glänzenden Hofhalt und den reichlich fliessenden französischen Gnadengeldern schöpfte die Stadt einen Wohlstand, den der Adel in höfischen Festlichkeiten zu entfalten liebte. Militärische Solddienste für den französischen König bildeten die volkswirtschaftliche Haupt-Einnahmequelle. Beim Sturm des Volkes auf die Pariser Bastille anlässlich der französischen Revolution von 1789 führte der Solothurner Patrizier Besenval ein französisches Regiment an, das von aussen her gegen die Demokratie fordernden Aufständischen vorging, wobei er die Eingeschlossenen nicht zu schützen vermochte. In den darauffolgenden Jahren bis ca. 1797 fanden viele vor der Revolution fliehende französische Adlige in Solothurn Zuflucht.

Helvetik, Mediation und Restauration

In Solothurn hatte sich seit dem 17. Jahrhundert nach französischem aristokratischem Vorbild ein erbliches Patriziat herausgebildet, dessen absolutistische Herrschaft erst am 1. März 1798 mit dem Einrücken der Franzosen unter dem Revolutionsgeneral Napoleon ein vorläufiges Ende nahm. Die Mediationsakte Bonapartes erhob 1803 Solothurn zu einem von 19 Kantonen mit je einer Repräsentativverfassung. Nach der definitiven Niederlage Napoleons und dem Einrücken der Österreicher bemächtigten sich die noch lebenden Mitglieder der alten patrizischen Räte in der Nacht vom 8. zum 9. Januar 1814 des Rathauses, erklärten sich für die rechtmässige Regierung und schlugen eine Erhebung der Landschaft mit bernischer Hilfe nieder. In der Folge wurde der Landschaft (ganzes Kantonsgebiet ausserhalb der Hauptstadt) nur noch ein Drittel des Grossen Rats zugestanden.

Verfassungskämpfe

1828 wurde Solothurn durch ein Konkordat der Kantone Bern, Luzern, Zug, Solothurn, Aargau und Thurgau zum Sitz des neu gegründeten Bistums Basel erhoben. 1830 musste das Patriziat dem stürmischen Verlangen der Landschaft, dem sich auch die Garnisons-Soldaten angeschlossen hatten, nachgeben und vereinbarte mit den Ausschüssen derselben eine neue liberal-demokratische Verfassung, welche, obwohl sie der Hauptstadt noch 37 Vertreter auf 109 (also ein zu starkes Gewicht) gewährte, am 13. Januar 1831 mit grosser Mehrheit angenommen wurde. Nach dem Züriputsch wurde das Wahlvorrecht der Stadt beseitigt und die Mitgliederzahl der Regierung vermindert, worauf die neue Verfassung am 10. Januar 1841 angenommen und das liberale Regiment durch fortschrittliche Wahlen aufs neue befestigt wurde. Daher gehörte der Kanton trotz seiner überwiegend katholischen Bevölkerung zu den entschiedensten Gegnern des katholischen Sonderbundes auf eidgenössischer Ebene und nahm die neue Bundesverfassung 1848 mit grosser Mehrheit an. Solothurn verlor damit seine staatliche Eigenständigkeit und wurde zum föderalen Gliedstaat.

Zehntenablösung

Im Kanton Solothurn wie anderswo bestand seit dem frühen Mittelalter das System der Erbhörigkeit der Bauernfamilien, d.h. ihre Abhängigkeit von einem Grundherren. Einer der bekanntesten war das bereits erwähnte Chorherren-Stift St. Ursen, aber auch die meisten Adeligen gehörten dazu (vgl. oben, Ritter Hesso), und nach dem Aufstreben der Stadt Solothurn während des Mittelalters gehörte auch sie als institutionelle Zehntherrin dazu. Die Bauern unterstanden der Gerichtsbarkeit des Grundherren und mussten ihm regelmässig den Natural-Zehnten (später auch Geldzinsen) abliefern. Die liberale Verfassung von 1831 (wie übrigens auch bereits die napoleonisch-helvetische Verfassung von 1798) sah ein Loskaufs-Recht von diesen Feudallasten vor. Es dauerte aber noch geraume Zeit, bis es sich die Bauernfamilien finanziell leisten konnten, dieses Recht wahrzunehmen. War es dann so weit, so waren sie freie Bauern, die als Pächter Verträge abschliessen oder einen Hof kaufen konnten, wie das noch heute üblich ist.

Verfassungsrevisionen

Durch zwei Verfassungsrevisionen (1851 und 1856) wurde das lange festgehaltene System der indirekten Wahlen (durch Wahlmänner) und der Allmacht der Regierung in Kommunalangelegen-heiten beseitigt. Nachdem 1869 Referendum und Initiative, also die direkte Demokratie, eingeführt worden waren, wurde 1875 die gesamte Verfassung revidiert. 1874 wurde zudem die kantonale Todesstrafe abgeschafft.

Kulturkampf

Inzwischen war der Konflikt der Basler Diözesankantone gegen den in Solothurn residierenden Bischof Eugène Lachat ausgebrochen, in welchem Solothurn sich der Mehrheit anschloss und den Bischof polizeilich nötigte, nach seiner Absetzung seine Amtswohnung zu räumen (siehe: Kulturkampf in der Schweiz). Zugleich strengte die Regierung namens der Stände einen Aufsehen erregenden Prozess gegen Lachat wegen stiftungswidriger Verwendung von bedeutenden Legaten an, der 1877 vom Obergericht zu ihren Gunsten entschieden wurde. Eine Folge dieses Konflikts war die Aufhebung einer Anzahl kirchlicher Stiftungen am 18. September 1874, deren ca. 4 Mio. Fr. betragendes Vermögen für Schul- u. Krankenfonds verwendet wurde. Auch fand das neue christkatholische Bistum staatliche Anerkennung in Solothurn.

Da die Regierung sich durch Beteiligung mehrerer ihrer Mitglieder an einem Bankschwindel blossstellte, trat sie 1887 zurück, und das Volk beschloss am 23. Oktober jenes Jahres eine neue, rein demokratische Verfassung. Darin wurde die Volkswahl des Regierungsrates festgelegt sowie die Kantonalbank verstaatlicht. Eine neuerliche Totalrevision der Verfassung erfolgte im Jahr 1986, nachdem 1971 das Wahl- und Stimmrecht für die Frauen eingeführt worden war.

Industrialisierung

War der Kanton Solothurn noch bis ins 19. Jahrhundert hinein - abgesehen von einigen Ausnahmen wie die Von Roll'schen Eisenwerke oder das gewerbliche Handwerk - ein reiner Landwirtschafts-Kanton, so setzte dann unter tatkräftiger Förderung v.a. von Regierungsrat Wilhelm Vigier, eine rapide Industrialisierung ein. Ende des 19. Jahrhunderts gehörte der Kanton zu den stärkst industrialisierten des Landes überhaupt. Vigier, ein abtrünniger Patrizier und überzeugter Freisinniger, hat das Förderungs-Ziel teils ohne Rücksicht auf soziale Belange verfolgt, was ihm den Zorn der Arbeiterbewegung eintrug (mit ersten Gründungen regionaler Gewerkschaften). Massgeblich zum industriellen Aufschwung beigetragen hat die Hebung des Bildungsniveaus nach 1830 mit der Einführung der obligatorischen Volksschule sowie der Gründung von Kantonsschule und Berufsschulen. Heute überwiegt der Dienstleistungs-Sektor den Industriesektor bezüglich Anzahl Beschäftigter, letzterer ist aber vergleichsweise noch immer stattlich gross. Die grösste Bekanntheit haben wohl die Grenchner Uhrenindustrie (dies in einer Tradition seit Mitte des 19. Jahrhunderts), die Stahl Gerlafingen AG (ehemals von Roll), die nicht mehr existierende Schuhfabrik Bally Schönenwerd, die von Roll-Isola in Breitenbach, das Kernkraftwerk Gösgen-Däniken und - im Bereich Dienstleistungen - der Eisenbahn-Knotenpunkt Olten erlangt.

Die Bevölkerungs-Entwicklung: 1850 70'000 Einwohnende, 1950 170'000, 2004 249'700.

Asylpolitik und Toleranz

Das christliche Solothurn bot vielen Asyl. In den Tälern und auf den schwer zu bewirtschaftenden Höfen fanden viele Glaubensverfolgte Zuflucht. Juden stiessen allerdings auch im Kanton Solothurn lange auf Ablehnung: Trotz langer Anwesenheits-Tradition erhielten sie aufgrund religiöser und anderer Abneigungen erst in den 1860er Jahren die Niederlassungs-Freiheit.

Die Weltkriege

Prägendes Ereignis des ersten Weltkriegs 1914 bis 1918 war nebst Mobilmachung und Grenzbesetzung in den Bezirken Dorneck und Thierstein vor allem der landesweite Generalstreik am Kriegsende, bei dem die Armee in Grenchen drei streikende Uhrenarbeiter erschoss.

 

Quelle Wikipedia cc by nc

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